Fakultät für Informatik

TU München - Fakultät für Informatik
Lehrstuhl IV: Software & Systems Engineering

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Modellierung von Vorgehensmodellen - Paradigmen, Sprachen, Tools

Im Rahmen der Modellierung 2012 in Bamberg

Call for Papers

Beschreibung:

Umfangreiche Vorgehensmodelle, wie sie in großen Organisationen etabliert sind, dienen als Quelle für Strukturen, Informationen und Wissen, welches in Software- und Systementwicklungsprojekten angewendet werden kann. Dazu müssen solche Vorgehensmodelle in der Lage sein, die in ihnen abgelegten Informationen in einer einfach zugänglichen, jedoch strukturierten Weise zu erfassen und sie den Konsumenten (Projektmanagern, Teammitgliedern, Prozessingenieuren, Auditoren, etc.) zugänglich zu machen. Auch müssen die Vorgehensmodelle der Tatsache Rechnung tragen, dass in einer Organisation ggf. viele Projekte durchgeführt werden, die sich in ihren Rahmenbedingungen teils grundlegend unterscheiden können. Ein Mechanismus zur Anpassung und zur projektspezifischen Instanziierung ist dafür essenziell. Darüber hinaus sollten die Vorgehensmodelle in einer Art repräsentiert werden, die es ermöglicht, sie einfach in Werkzeugen zu implementieren.

Vorgehensmodelle müssen somit vielen Anforderungen gerecht werden, die sich durch die "klassische" Repräsentation als "Buch" nicht erfüllen lassen. Etablierte große Vorgehensmodelle wie der Rational Unified Process, Hermes oder das V-Modell XT sind daher als "echtes" Modell konstruiert. Die Erfahrung zeigt, dass die Komplexität solcher Modelle ein Maß annimmt, das nur noch wenige Spezialisten vollumfänglich erfassen und das von Projektteams i.d.R. als Belastung empfunden wird. Das V-Modell XT z.B. besteht in der aktuellen Version 1.3 aus mehreren 1.000 Modellelementen. Im Rahmen der Prozessanpassung bzw. der Weiterentwicklung und Pflege entstehen somit immense Aufwände allein in der Sicherstellung der Konsistenz.

Moderne Vorgehensmodelle zeigen, dass die Modellierung ein probates Mittel ist, die Komplexität besser zu beherrschen. Gleichzeitig stoßen alle Vorgehensmodelle immer wieder an ihre Grenzen, wenn es z.B. um die Ausführung von Vorgehensmodellen (Enactment), die dynamische Anpassung zur Projektlaufzeit (Tailoring) oder die Auditierung von Ist-Prozessen gegenüber einem Referenzmodell geht.

Themenüberblick:

Im Rahmen dieses Workshops sollen aktuelle Entwicklungen zur Modellierung von Vorgehensmodellen vorgestellt und diskutiert werden. Neben dem "State-of-the-Art" sollen insbesondere Forschungsaktivitäten und Konzepte, bzw. Prototypen für die Unterstützung von Vorgehensmodellen zur Projektlaufzeit besprochen werden.

Der Workshop zielt auf folgende Themen (ist aber nicht darauf beschränkt):

  • Paradigmen zur Modellierung von Vorgehensmodellen (Metamodellierung, domänenspezifische Sprachen, etc.)
  • Modellierung von reichhaltigen und agilen Vorgehensmodellen
  • Repräsentation und Visualisierung von Vorgehensmodellen
  • Artefaktorientierung als Konzept zum Aufbau von Vorgehensmodellen
  • Method Engineering als Konzept zum Aufbau von Vorgehensmodellen
  • Wandlungsfähige Vorgehensmodelle (Projektinitialisierung, dynamisches Tailoring, Evolution, Prozesslinien)
  • Standardisierte vs. organisationsspezifische Vorgehensmodelle
  • Aufbau Vorgehensmodell-basierter Werkzeugketten sowie Management- und Entwicklungsumgebungen
  • Erfahrungen aus der industriellen Praxis
  • Vorteile und Risiken einzelner Vorgehens- und Reifegradmodelle: V-Modell XT, XP, CMMI, RUP, Scrum etc.

Termine:

05.12.2011 Einreichung der Beiträge an die Workshopleitung
10.01.2012 Entscheidung über Annahme/Ablehnung
23.01.2012 Abgabe der Endversion der Beiträge bei der Workshopleitung
??.03.2011 Workshop

Beiträge:

Jeder Workshop-Beitrag besteht aus einem circa 20-minütigen Vortrag, der die Kernthesen des Beitrags vorstellen sollte, sowie einer anschließender Diskussion im Plenum.

Die Beiträge werden durch die GI online veröffentlicht. Die eingereichten Beitragsvorschläge dürfen maximal 8 Seiten umfassen. Sie müssen die Kernideen deutlich machen und müssen die qualitative Bewertung ermöglichen. Die finalen Beiträge dürfen bis zu 20 Seiten umfassen. Jeder Beitrag wird 3-fach gereviewt.

Bei den Einreichungen kann es sich handeln um: Position Statements, Übersichtsbeiträge, die ein oder mehrere der Themen aufarbeiten und einführend darstellen, Beschreibungen laufender oder abgeschlossener Forschungsarbeiten sowie wissenschaftliche Diskussionsbeiträge oder Erfahrungsberichte aus der Praxis.

Es werden Beiträge in Deutsch und Englisch akzeptiert.

Für die Annahme des Beitrags ist die Verwendung der LNI-Dokumentenvorlage zwingend.

Beiträge werden nur über das Konferenzsystem entgegengenommen: Konferenzsystem

Von mindestens einem Autor eines jeden Beitrages wird die Teilnahme an der Tagung erwartet (es ist eine Registrierung erforderlich).


Workshop-Organisation (Ansprechpartner):

Marco Kuhrmann, TU München, Email: kuhrmann@in.tum.de
Oliver Linssen, Liantis GmbH & Co. KG
Daniel Méndez Fernández, TU München

Programmkomitee (vorläufig):

Hubert Biskup, IBM
Manfred Broy, TU München
Jens Calamé, SQS
Gerhard Chroust, J. Kepler University Linz
Ulrike Hammerschall, FH München
Patrick Keil, TU München
Alexander Knapp, Universität Augsburg
Ralf Kneuper, Beratung, Darmstadt
Marco Kuhrmann, TU München
Oliver Linssen, Liantis GmbH & Co. KG
Daniel Méndez Fernández, TU München
Jürgen Münch, Universität Helsikni
Doris Rauh, Siemens
Andreas Rausch, TU Clausthal
Bernhard Schätz, Fortiss GmbH
André Schnackeburg, Bundesverwaltungsamt, BVA/BIT
Frank Simon, SQS
Thomas Ternité, TU Clausthal

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Letzte Änderung: 2011-11-23 14:34:39