Fakultät für Informatik

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Software- and Systems Engineering Research Group

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Modellierung von Vorgehensmodellen - Paradigmen, Sprachen, Tools

Workshop-Programm

Im Rahmen der SE 2013 in Aachen

Call for Papers

Beschreibung:

Umfangreiche Vorgehensmodelle, wie sie in großen Organisationen etabliert sind, dienen als Quelle für Strukturen, Informationen und Wissen, welches in Software- und Systementwicklungsprojekten angewendet werden kann. Dazu müssen solche Vorgehensmodelle in der Lage sein, die in ihnen abgelegten Informationen für ihre Konsumenten (Projektmanagern, Teammitgliedern, Auditoren, etc.) einfach zugänglich zu machen. Modellierer (Prozessingenieure) müssen darüber hinaus aber auch in der Lage sein, Informationen in einer strukturierten Weise zu erfassen. Auch müssen die Vorgehensmodelle der Tatsache Rechnung tragen, dass in einer Organisation ggf. viele Projekte durchgeführt werden, die sich in ihren Rahmenbedingungen teils grundlegend unterscheiden können. Ein Mechanismus zur Anpassung und zur projektspezifischen Instanziierung ist dafür essenziell. Darüber hinaus sollten die Vorgehensmodelle in einer Art repräsentiert werden, die es ermöglicht, sie einfach in Werkzeugen zu implementieren.

Vorgehensmodelle müssen somit vielen Anforderungen gerecht werden, die sich durch die "klassische" Repräsentation als "Buch" nicht erfüllen lassen. Etablierte große Vorgehensmodelle wie der Rational Unified Process, Hermes oder das V-Modell XT sind daher als "echtes" Modell konstruiert. Die Erfahrung zeigt, dass die Komplexität solcher Modelle ein Maß annimmt, das nur noch wenige Spezialisten vollumfänglich erfassen und das von Projektteams i.d.R. als Belastung empfunden wird. Das V-Modell XT z.B. besteht in der aktuellen Version 1.4 aus mehreren Tausend Modellelementen, die in einer fast 1.000-seitigen Dokumentation münden. Im Rahmen der Prozessanpassung bzw. der Weiterentwicklung und Pflege entstehen somit immense Aufwände allein in der Sicherstellung der Konsistenz.

Moderne Vorgehensmodelle zeigen, dass die Modellierung ein probates Mittel ist, um die Komplexität besser zu beherrschen. Gleichzeitig stoßen alle Vorgehensmodelle immer wieder an ihre Grenzen, wenn es z.B. um die Ausführung von Vorgehensmodellen (Enactment), die dynamische Anpassung zur Projektlaufzeit (Tailoring) oder die Auditierung von Ist-Prozessen gegenüber einem Referenzmodell geht.

Themenüberblick:

Im Rahmen dieses Workshops sollen aktuelle Entwicklungen zur Modellierung von Vorgehensmodellen vorgestellt und diskutiert werden. Neben dem "State-of-the-Art" sollen insbesondere Forschungsaktivitäten und Konzepte, bzw. Prototypen für die Unterstützung von Vorgehensmodellen zur Projektlaufzeit besprochen werden.

Der Workshop zielt auf folgende Themen (ist aber nicht darauf beschränkt):

  • Paradigmen zur Modellierung von Vorgehensmodellen (Metamodellierung, domänenspezifische Sprachen, etc.)
  • Modellierung von reichhaltigen und agilen Vorgehensmodellen
  • Repräsentation und Visualisierung von Vorgehensmodellen
  • Artefaktorientierung als Konzept zum Aufbau von Vorgehensmodellen
  • Method Engineering als Konzept zum Aufbau von Vorgehensmodellen
  • Wandlungsfähige Vorgehensmodelle (Projektinitialisierung, dynamisches Tailoring, Evolution, Prozesslinien)
  • Standardisierte vs. organisationsspezifische Vorgehensmodelle
  • Aufbau Vorgehensmodell-basierter Werkzeugketten sowie Management- und Entwicklungsumgebungen
  • Erfahrungen aus der industriellen Praxis
  • Vorteile und Risiken einzelner Vorgehens- und Reifegradmodelle: V-Modell XT, XP, CMMI, RUP, Scrum etc.

Adressaten:

Der 1-Tages Workshop richtet sich sowohl an (industrielle) Anwender als auch an Forschende im Gebiet des Software Engineering und bietet ein Forum zum Austausch von Erfahrungen und zur Diskussion neuer Ansätze zu Vorgehensmodellen.

Termine:

06.01.2013 Einreichung der Beiträge an die Workshopleitung
15.01.2013 Entscheidung über Annahme/Ablehnung
28.01.2013 Abgabe der Endversion der Beiträge bei der Workshopleitung
27.02.2013 Workshop

Beiträge:

Jeder Workshop-Beitrag besteht aus einem circa 15-20-minütigen Vortrag, der die Kernthesen des Beitrags vorstellen sollte, sowie einer anschließender Diskussion im Plenum.

Die Beiträge werden durch die GI im Rahmen der SE veröffentlicht (genaue Informationen hierzu folgen noch). Die eingereichten Beitragsvorschläge umfassen 5 bis maximal 10 Seiten. Sie müssen die Kernideen deutlich machen und müssen die qualitative Bewertung ermöglichen. Jeder Beitrag wird 3-fach gereviewt.

Bei den Einreichungen kann es sich handeln um: Position Statements, Übersichtsbeiträge, die ein oder mehrere der Themen aufarbeiten und einführend darstellen, Beschreibungen laufender oder abgeschlossener Forschungsarbeiten sowie wissenschaftliche Diskussionsbeiträge oder Erfahrungsberichte aus der Praxis.

Es werden Beiträge in Deutsch und Englisch akzeptiert.

Für die Annahme des Beitrags ist die Verwendung der durch die SE vorgegebenen Dokumentenvorlage zwingend.

Beiträge werden nur über das Konferenzsystem entgegengenommen: Konferenzsystem (offen für Einreichungen)

Von mindestens einem Autor eines jeden Beitrages wird die Teilnahme an der Tagung erwartet (es ist eine Registrierung erforderlich).


Workshop-Organisation (Ansprechpartner):

Marco Kuhrmann, TU München, Email: kuhrmann@in.tum.de
Daniel Méndez Fernández, TU München
Oliver Linssen, Liantis GmbH & Co. KG
Alexander Knapp, Universität Augsburg

Programmkomitee (im Aufbau):

  • Hubert Biskup, IBM (angefragt)
  • Manfred Broy, TU München (angefragt)
  • Jens Calamé, SQS
  • Gerhard Chroust, J. Kepler University Linz (angefragt)
  • Masud Fazal-Baqaie, Universität Paderborn
  • Ulrich Frank, Uni Duisburg-Essen (angefragt)
  • Ulrike Hammerschall, FH München
  • Eckhart Hanser, DHBW Lörrach
  • Patrick Keil, TU München
  • Alexander Knapp, Universität Augsburg
  • Ralf Kneuper, Beratung, Darmstadt
  • Marco Kuhrmann, TU München
  • Oliver Linssen, Liantis GmbH & Co. KG
  • Martin Mikusz, Universität Stuttgart
  • Daniel Méndez Fernández, TU München
  • Jürgen Münch, Universität Helsikni
  • Doris Rauh, Siemens
  • Andreas Rausch, TU Clausthal
  • André Schnackeburg, Bundesverwaltungsamt, BVA/BIT
  • Frank Simon, SQS (angefragt)
  • Thomas Ternité, TU Clausthal (angefragt)
  • Doris Weßels, FH Kiel

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Letzte Änderung: 2013-02-26 08:34:53