Workshop Software-Qualitätsmodellierung und -bewertung (SQMB '08)

am 18. Februar 2008 im Zusammenhang mit der Konferenz SE 2008, München


Inhalt und Ziele

Qualität ist seit Beginn der kommerziellen Entwicklung von Software ein wichtiges Thema in Forschung und Praxis und diese Bedeutung verstärkt sich noch weiter. Heutige Entwicklungen stellen zusätzliche Anforderungen an verschiedenste Qualitätsaspekte dar. Beispielsweise führt die Durchdringung von kritischen Systemen, wie Flugzeugen oder Automobilen, zu immer höheren Sicherheitsanforderungen an Software. Der starke Anstieg der durchschnittlichen Code-Größen und die Langlebigkeit von Software-Systemen machen die Wartbarkeit zu einer wichtigen Eigenschaft. Die Beherrschung von Software-Qualität stellt somit ein wichtiges Ziel im Software Engineering dar. Diesem Ziel steht aber die Komplexität und Vielschichtigkeit von Qualität gegenüber.
Es existiert eine große Zahl an unterschiedlichen Sichten und eine entsprechende Vielzahl an Herangehensweisen zu diesem Thema. Für die praktische Anwendung in der Software-Entwicklung stehen aufgrund dieser Vielfalt überwiegend nur Insellösungen zur Verfügung, die keine ganzheitliche Behandlung des Themas ermöglichen. Beispielsweise sind trotz der engen Verbindung Bewertungen von Zuverlässigkeit und Nutzbarkeit typischerweise nicht integriert.
Ein verbreitetes Vorgehen zur Bewältigung dieser Probleme stellt die Verwendung von Qualitätsmodellen und daraus abgeleiteter bzw. damit in Beziehung gesetzter Bewertungen dar. Ein solches Vorgehen wird sowohl in der Forschung untersucht, als auch bereits in der Praxis angewendet. Es hat sich aber oft gezeigt, dass Standards, wie die ISO 9126, nicht direkt anwendbar sind und eigene Qualitätsmodelle für spezifische Situationen erstellt werden müssen. Dies resultiert in teilweise sehr unterschiedlichen Ansätzen zur Qualitätsmodellierung und -bewertung. Ziel dieses Workshops ist es, diese Ansätze vorzustellen und zu diskutieren. Idealerweise soll ein gemeinsamer Forschungsplan für zukünftige Entwicklungen in der Qualitätsmodellierung erstellt werden. Dies ist besonders wichtig im Hinblick auf die SQuaRE-Reihe neuer Qualitätsnormen der ISO (ISO 25000), an denen derzeit gearbeitet wird.

Workshop-Format und -Durchführung

Der Workshop findet als ganztägige Veranstaltung am 18. Februar 2008 im Zusammenhang mit der Konferenz SE 2008 in München statt. Er ist zweigeteilt in Vorträge und Gruppenarbeit. Der Vormittag wird mit einer Keynote von Prof. Dr.-Ing. Peter Liggesmeyer starten. Danach folgen 15-minütige Vorträge über die akzeptierten Positionspapiere. Nach dem Mittagessen werden die Teilnehmer in 3-4 Gruppen eingeteilt, die gemeinsam identifizierte Themen diskutieren. Die Ergebnisse werden am Ende des Workshops im Plenum vorgestellt und diskutiert.
Die Einreichung eines Positionspapiers ist für die Teilnahme am Workshop aber nicht notwendig.

Programm

9:00 Begrüßung
9:10 Keynote von Prof. Dr.-Ing. Peter Liggesmeyer (TU Kaiserslautern): Software-Qualitätssicherung gestern und heute: Theorie und Erfahrung, Standards und Common Sense
Wer heute Software-Qualitätssicherung verantwortet, diese konzipieren und steuern muss, ist "eingeklemmt" zwischen einem Mangel an Theorie, der hohen Bedeutung der Prüfung und der unvermeidlichen Ressourcenknappheit der Praxis. Standards und empirisch abgesicherte Erkenntnisse zu Themen, die sich rein theoretisch nur schwierig erschließen lassen, können Hilfestellungen bieten. Der Vortrag beleuchtet die unterschiedlichen Kriterien, nach denen die Software-Qualitätssicherung heute beurteilt werden muss, und zeigt Wege zum Ziel auf.
10:00 1. Vortragssession: Qualitätsmodelle in der Praxis (Chair: J. Münch)
Software Quality Modeling Put Into Practice (B. Mas y Parareda, J. Streit)
Software-Qualitätsmodelle in der Praxis: Erfahrungen mit aktivitätenbasierten Modellen (S. Wagner, F. Deißenböck, M. Feilkas, E. Jürgens)
10:40 Kaffeepause
11:00 2. Vortragssession: Kosten- und Nutzenaspekte (Chair: S. Wagner)
Kostenaspekte bei der Modellierung von Qualität im Softwarelebenszyklus (L. Karg, D. Voelz)
Ein Kosten-Nutzen-Modell für Prüfungen (T. Hampp, J. Ludewig)
11:40 3. Vortragssession: Zusammenspiel und Tailoring von Qualitätsmodellen (Chair: F. Deißenböck)
Balancing Upfront Definition and Customization of Quality Models (J. Münch, M. Klaes)
Security Requirements Addressing Security Risks for Improving Software Quality (S. Islam, W. Dong)
12:30 Mittagessen
13:15 4. Vortragssession: Messen von Qualitätsmodellen (Chair: J. Münch)
Ein verfeinerter GQM-Ansatz zur Qualitätsbewertung von Software-Modellen (H. Voigt, G. Engels)
13:35 Gruppendiskussion
15:15 Kaffeepause
15:35 Ausarbeitung und Vorstellung der Ergebnisse
17:00 Zusammenfassung und Schluss

Einreichung und Veröffentlichung

Es können Positionspapiere (deutsch oder englisch) mit maximal 4 Seiten im LNCS-Format eingereicht werden. Akzeptierte Papiere werden in Kurzvorträgen im Workshop vorgestellt. Die Positionspapiere können nach dem Workshop auf maximal 8 Seiten ausgedehnt werden. Sie werden dann zusammen mit einer Zusammenfassung der Diskussionsergebnisse als Technischer Bericht der TU München veröffentlicht.

Es werden Papiere zu folgenden und angrenzenden Themen erwartet:

Bitte senden Sie Ihre Beiträge bis spätestens 21. Januar 2008 im PDF- oder Word-Format an wagnerst@in.tum.de.

Der Aufruf zur Einreichung von Beiträgen als PDF.

Wichtige Daten

Organisatoren und Programmkomitee

Organisatoren

Programmkomitee

Workshop-Beiträge

Die Workshop-Beiträge wurden als Technischer Bericht TUM-I0811 der Technischen Universität München veröffentlicht.


Stefan Wagner

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